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GESTERN
Das deutsche Haus der Columbia University ist das älteste
Sprach-und Kulturzentrum an einer amerikanischen Universität. Es ist eine unverzichtbare Schnittstelle
zwischen dem deutschen und amerikanischen Geistesleben. Seit seiner Gründung im Jahre 1911 stellt das
Deutsche Haus dem amerikanischem Publikum deutsche Autoren und Kritiker, Politiker und Philosophen,
Regisseure und bildende Künstler vor. Es war stets der Pflege der reichen Kulturtradition Deutschlands
verpflichtet.
Die politischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts bestimmten das Schicksal des Deutschen Hauses maßgeblich
mit. Als Folge des ersten Weltkrieges wurde es geschlossen und erst 1929 unter dem Beifall der Öffentlichkeit
wieder eröffnet. Die New York Times und andere amerikanische wie deutsche Zeitungen widmeten diesem Ereignis
Titelgeschichten. Zahlreiche Geisteswissenschaftler und Unternehmer nahmen an der Wiedereröffnung teil und
unterstützen sie. Für sie verkörperte das Deutsche Haus den "guten Willen" zum Neubeginn
in den deutsch-amerikanischen Beziehungen.
Auf der Gästeliste des Deutschen Hauses finden sich jene Größen, die die intellektuelle
Geschichte dieses Jahrhunderts wesentlich prägten: z.B. Edmund Husserl, Max Planck, Max Brod,
Gerhart Hauptmann, Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler, Arnold Zweig, Stefan Zweig, Thomas Mann,
Günter Grass, Max Frisch, Uwe Johnson, Wolfgang Koeppen, Barbara Frischmuth und Niklas Luhmann.
Das Deutsche Haus mußte seine Arbeit als tragende Institution des New Yorker Kulturlebens
während des zweiten Weltkrieges erneut unterbrechen. In den 50er und 60er Jahren zog es viele
deutsch-jüdische Emigranten an, die bei der Pflege deutschen Bildungsgutes in den Vereinigten
Staaten eine wichtige Rolle spielten.
HEUTE
Gegen Ende des Jahrtausends zieht das Deutsche Haus ein breit gefächertes Publikum mit
unterschiedlichen Interessen an. In dem Maß, wie sich das amerikanische Interesse an deutscher
Kultur verändert hat, haben sich auch das Curriculum der Abteilung für Germanische Sprachen
und Literaturen der Columbia University und die Programmschwerpunkte des Deutschen Hauses verschoben.
Ursprünglich der Pflege der reichen Literaturtradition Deutschlands gewidmet, versucht das Deutsche
Haus heute, alle Facetten deutscher, österreichischer, schweizer, niederländischer,
schwedischer, finnischer, und jiddischer Kultur zu präsentieren und den internationalen
Dialog zu fördern.
Zur Finanzierung des Veranstaltungsprogramms erhält das Deutsche Haus kleinere Beiträge von
der Columbia University und von außerhalb. Zu den Unterstützern gehören: das
Goethe-Institut New York, die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Humboldt-Stiftung, der Deutsche Akademische
Austauschdienst, das Deutsche Generalkonsulat in New York, das German Information Center, die
Max-Kade-Stiftung, die Baier Foundation, das Österreichische und Schweizer Kulturinstitut, und das
Cornell University Medical College New York City.
Die New Yorker kommen heute ins Deutsche Haus, um neue Entwicklungen in deutschen Film, Literatur, Kunst
und Populärkultur zu verfolgen und aktuelle Tendenzen der politischen und intellektuellen Debatten
kennenzulernen. Durch Konferenzen, Vorträge, Filme, Theateraufführungen, Ausstellungen und
Dichterlesungen hat das Deutsche Haus ein deutliches Profil entwickelt und ist ein lebendiges Zentrum
des kulturellen und wissenschaftlichen Austauschs geworden. Zwei hauseigene Publikationen, The Germanic
Review und New German Critique, veröffentlichen regelmäßig die Forschungsergebnisse und
Tagungsverläufe. New German Critique hat in den vergangenen Jahren mehrere Sonderausgaben über
die Konferenzen des Deutschen Hauses herausgegeben: Siegfried Kacauer (1990), Xenophobia in Europe
(1992), The Legacy of Anti-Fascism in Germany, France, Italy and England (1995) und Richard Wagner (1996).
Die Abteilung für Germanische Sprachen und Literaturen der Columbia University bietet ein Studium
der deutschen Literatur mit Schwerpunkten in der Moderne und zeitgenö Kulturtheorie. Das Curriculum
umfaßt die wichtigsten Epochen, Gattungen und Autoren von 1750 bis zur Gegenwart. Hinzu kommt eine
umfassende literaturtheoretische Ausbildung. Die Studenten können individuell und
interdisziplinär Veranstaltungen belegen in den Fachbereichen Vergleichende Lituraturwissenshaft,
Philosophie, Film und Frauenstudien. Namhafte Geisteswissenschaftler wie Reinhart Koselleck, Gertrude
Koch, Klaus Scherpe, Slavoj Zizek, Elisabeth Bronfen, und Friedrich A. Kittler haben das Programm der
Abteilung als Max-Kade-Gastprofessoren regelmäßig ergänzt und unterstützen die
Forschungen der Doktoranden an deutschen Universitäten.
Unser Ziel it es, die Aktivitäten des Deutschen Hauses auszuweiten und seine prominente Stellung im
New Yorker Kulturleben für die Zukunft zu sichern. Gegenwärtig umfaßt unser Programm ein
breites Spektrum, das sowohl Themen von allgemeinem öffentlichen Interesse als auch spezialisierte
wissenschaftliche Fragen abdeckt:
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Spracherwerb
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Zeitgenössische Politik und Wirtschaft
-
Medien- und Populärkultur
-
Wissenschaftliche Vorträge
-
Ausstellungen und Aufführungen
-
Koferenzen
Während wir dieses anspruchsvolle Angebot fortführen, arbeiten wir am Ausbau der
internationalen und interdisziplinären Elemente unseres Programms.
MORGEN
Die Förderung des deutsch-amerikanischen Dialogs bleibt unsere Hauptaufgabe in einer Zeit, in
der das Interesse Amerikas sich von Europa und Deutschland ab- und dem pazifischen und
lateinamerikanischen Raum zuzuwenden scheint. Das Deutsche Haus nimmt diese Herausforderung an
und setzt sich zum Ziel, das gegenseitige Verständnis zwischen den Kulturen zu bewahren und
zu vertiefen.
Dafür müssen wir jetzt junge Amerikaner begeistern. Ihr Interesse an der
deutschen Sprache und Kultur, die beruflichen und persönlichen Kontakte, die sich durch die
Sprachkenntnisse ergeben, werden die Qualität des deutsch-amerikanischen Verhältnisses
in der Zukunft bestimmen. Die Studenten der Columbia University genießen die Ausbildung an
einer der besten Universitäten der USA. Viele von ihnen nehmen nach Abschluß ihres Studiums
leitende Positionen in Wirtschaft, Politik, und öffentlichem Leben ein. Während ihrer
Studienzeit profitieren sie zudem vom unerschöpflichen Angebot New York; der selbsternannten
"Hauptstadt der Welt."
Gerade hier, wo die ganze Welt vertreten ist und lockt, bedarf es einer Institution wie des Deutschen
Hauses. Sie hält das Interesse an Deutschland wach und fördert es. Damit dies auch in Zukunft
gelingt, müssen wir gezielt auf die Interessen unserer jungen Kundschaft eingehen. Die
Schlüsselfunktion nimmt dabei unser Sprachprogramm ein. Während der Schwerpunkt in der
Vergangenheit auf dem Studium der deutschen Lituratur und Geschichte lag, zielt das Sprachprogramm
für die Undergraduate-Studenten heute direkt auf die Vermittlung kommunikativer Fähigkeiten
und berufsqualifizierender Kenntnisse ab. Angehende Politikwissen schaftler, Ingenieure, Informatiker
und Absolventen der Business School lernen heute Deutsch, um es später in ihrem jeweiligen Beruf
einsetzen zu können.
UNDERGRADUATE PROGRAM
- Sprachprogramm: circa 300 Studenten belegen pro Jahr unsere Sprachkurse
- Spezialkurse für Wirtschaftsdeutsch und Studenten der School of International and Public Affairs
- Vorbereitungsseminar für das Berlinprogramm. Circa 10 Studenten pro Jahr studieren ein Jahr lang in Berlin
- Undergraduate Literatur- und Kulturkurse: circa 15 Studenten pro Jahr, die den Bachelor of Arts mit Schwerpunkt Deutsch abschließen
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