Stabenow, Hans, Die Schlacht bei Soor

(Frankfurt :  Druck von Voigt & Gleiber,  [1901].)

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IL Das preussische Lager bei Staudenz und der
Entschluss des Königs zum Angriff,

Das Lager des Königs war so gewählt, dass der rechte
Flügel etwas nordwestlich von Staudenz stand, unweit der
Strasse, die von Jaromiersch über Deutsch-Prausnitz, Burkers¬
dorf, Neu-Rognitz nach Trautenau führt. Der linke Flügel
reichte bis zu dem östlich von Staudenz gelegenen Dorfe
Nieder-Raatsch, unweit des rechten Aupa-Ufers. Ein Gehölz
südlich von Burkersdorf, nahe der ebenerwähnten Strasse,
hatte das Grenadier-Bataillon Stangen besetzt und war somit
unbewusst nur 500 Schritt von den Grenadier-Kompagnien
Hagenbachs entfernt, die das Wäldchen auf der entgegenge¬
setzten Seite der Strasse besetzt hatten. Das Lager wurde
im Süden von sumpfigem Wiesenland und zwei Teichen be¬
grenzt, im Norden, Osten und Westen durch bewaldete Höhen,
die durch viele Schluchten zerrissen waren. Die Rekognos¬
zierungen der Kavallerie konnten sich nach Friedrichs Angabe
nirgends weiter als eine halbe Meile weit erstrecken, da viele
Gehölze, Hohlwege und Schluchten sie daran hinderten.

Am 29. vormittags erfuhr der König aber von einem
Ueberläufer^), dass der Feind nach Königinhof gerückt sei
und an diesem Tage den Marsch fortsetzen w^olle, doch war
das Ziel des Marsches nicht zu ermitteln. Friedrich schöpfte
Verdacht, dass Prinz Karl ihm auf dem Marsch nach Trautenau
 

1) Vom Regiment Damnitz. Nach der Relation des Prinzen Ferdinand
von Braunschweig über die Ereignisse vom 27. September bis 30. Oktober.
(Im Archiv zu Wolfenbüttel.)
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