Stabenow, Hans, Die Schlacht bei Soor

(Frankfurt :  Druck von Voigt & Gleiber,  [1901].)

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IIL Die Schlacht.
 

1. Die Erstürmung der Graner Koppe.

Es standen sich zwei sehr ungleiche Armeen gegenüber.
Die Stärke des österreichisch-sächsischen Heeres betrug über
39 000 Mann, ^) die des preussischen Heeres über 22 000 Mann. ^)

Nachdem der König erkannt hatte, dass nur ein Angriff
die Möglichkeit einer Rettung offen liess, gab er Befehl, dass
die Kavallerie des rechten Flügels unter General Buddenbrock
mit einer Viertelschwenkung rechts abmarschieren solle, um
sich der österreichischen Kavallerie gegenüber zu formieren.
Dieser Flankenmarsch, der der Graner Koppe entlang in der
Richtung auf Neu-Rognitz vor sich ging, geschah unter dem
verheerenden Feuer der feindlichen Batterie, die ja den Weg
über Neu-Rognitz—Trautenau beherrschte. Anfangs verdeckte
ein günstiger Nebel dem Feinde die Bewegung. Als aber die
Sonne den Nebel zerstreute,  hatte die preussische Kavallerie
 

^) Von allen Angaben ist die des Generalstabswerks mit 39 327 Mann
die zuverlässigste. Die Oesterr. Militär. Zeitschr. und alle sie benutzenden
Darstellungen (Orlich, Droysen, Koser etc.) sind hierfür unbrauchbar wegen
eines Rechenfehlers, den die Oesterr. Milit. Zeitschr. aus einer ihr zugrunde
liegenden Quelle übernommen hat. (Siehe Generalstabswerk, Anhang No. 1
zu S. 66.) Von den anderen Darstellungen kommt dieser Zahl am nächsten
die Hist. de la d. g. (Liv. XL S. 295) mit der Angabe von 45 000 Mann
incl. 6000 Sachsen, wobei aber abzurechnen seien 6—7000 Mann leichter
Truppen, die nicht zum Yorschein kamen. — Was übrigens die Stärke
des sächsischen Hilfscorps anbelangt, so gehen hier die Angaben sehr
auseinander. Einige geben 4000, andere, wie die ,,Geschichte der
sächsischen Armee" von Schuster und Francke (Leipzig 1885, IL Teil S. 47)
6000 Mann an.    Doch ist die letztere Ziffer zweifellos nur die Etatstärke

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