Lessing, Gotthold Ephraim, Lessing's Werke (v.3)

(Berlin :  Grote,  1875.)

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ersäfilt,  eine gofge  bon  SSeränberungen ift  unb jebe biefer SSer*

änberungen  etwas basu Beiträgt, Bie einsefnen SSegriffe, aus Weicfien

Ber moralifaje Sefirfafc beftefiet, anfajauenß  erfennen  su laffen.

    SBaS Bie  gaßel  ersäfilt,  muß   eine  gofge  bon  SSer*

änberungen  fein,   ©ine  SSeränberung,  ober  audj  mefirere

SSeränbernngen, Bie  nur  neßen  einanßer beftefien,  unß nicfit

auf einanßer  folgen,  woßen sut  gaBel  nicfit  sureidjen.   Unb

icfi  fann eS für eine untrügficfie 33robe  ausgeben,  baß  eine gabel

fcfitedjt ift, bafj fie ben Scamen  ber  gäbet gar nicfit  berbienet,  wenn

ifire bermeirtte  §anßfung  fiaj  gans  nialen läßt.  Sie entfiälf

alSBenn ein  Bloßes S3ilß,  unß Ber  SRaler fiat feine  gaßel, fonßern

ein ©mßtema  gemalt.  —  „©in  gifdjer,  inßem er fein  %le% aus

Bem SReere  sog,  BtieB Ber größern gifdje,  Bie ficfi Bärin  gefangen

fiatten, stoar  fiaBfiaft,  Bie fleinften aBer fajfupften Burch  baS Stef?

burdj  unb '  gelangten gtüdliaj  wieber inS  SBaffer."  — Siefe ©r*

Säblung  befinßet fiaj  unter Ben Slefoptfcfien gaBefn*), aber fie  ift

feine  gabel;  WenigftenS  eine fefit mittefmäßige..  Sie  fiat  feine

§anßtung,  fie  entfiäft ein BfoßeS einseines gactum, BaS  fidj gans

malen läßt; unb wenn iaj  biefeS  einseifte  gactum,  biefeS Sutüd*

Bfeißen Ber größern  unß biefeS Surajfdjlupfen  ber  flehten gifdje,

auaj mit nocfi fo biet anbern Umftänben erweiterte, fo würbe bodj

in  ifim  äff ein  unb  niajt in ben anbern  Umftänben sugleidj mit

Ber moralifaje  ßefirfafj liegen.

     Sodj nidjt genug, Baß  BaS,  WaS  Bie gaßel ersäfilt, eine golge

bon SSeränßerungen ift; aße  Biefe SSeränßerungen muffen sufammen

nur einen   einsigen anfajauenßen SSegriff in  mir erweden.  ©r*

weden'fie  Beren  mefirere,  liegt mefir afS  ein moralifdjer Sefirfafs

in  Ber bermeinten gaBel, fo fefilt Ber  §anßtung ifire ©iufieit,  fo

fefitt  ifir BaS, WaS fie eigentlidj sur §anßlung macfit, unb fie fann,

ridjtig  su  fprecfien,  feine hanblung, fonbern  muß eine 33e*

geßenfieit fieißen. — ©in ©jempel1):



    *) Fab. Aesop.  126.  [SJKufj wofjt fjei&en: 154.   Sie 126. Sabel ift bie oben

erwäfjnte bom SBanberer unb bem Satbr.  SBgf. SeffingS Eoftectaneen  ed. (Sfdjeit*

bürg I, S. 475.]
 

1) SBgf. be fa SBiotte IX, S. 47.
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