![]() Der Pelzemärtel, F. Pocci, 1850 Der Pelzemärtel, der am Martinsabend die "guten" Kinder beschenkt, während er die "bösen" fortträgt "zu den Bären und Wölfen im Walde", ist eine der Gestalten, die, ähnlich wie Knecht Ruprecht, der Figur des Weihnachtsmannes als Vorbild diente.
Aus: Berliner Weihnachtsmarkt: Bilder und Geschichten aus 5 Jahrhunderten / Christa Lorenz. - Berlin-Information, 1987. -
S. 22 |
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Nach 1800 hatte sich die bürgerliche Auffassung vom Weihnachtsfest stabilisiert und wurde Leitbild auch für andere Schichten
der Stadtbevölkerung. Jetzt bildeten sich Formen heraus, die den Ablauf der familiären Feier zeremoniell ausschmückten. Um die Mitte des 19.
Jahrhunderts trat die Figur des Weihnachtsmannes als Gabenbringer ins Blickfeld. Sie wurde schnell populär. 1835 verfaßte
Heinrich Hoffmann von Fallersleben die Verse des Liedes "Morgen kommt der Weihnachtsmann"; wenige Jahre später, 1847,
zeichnete Moritz von Schwind in einer Bilderfolge für den Münchner Bilderbogen den "Herrn Winter", den er als
alten Mann mit Pelzrock und Glitzerbart darstellte. In dieser Gestalt kam der Weihnachtsmann aus märchenhafter Ferne daher, hatte keinen
eigentlichen Namen und beschenkte "artige Kinder". Zu seinen Requisiten gehörte außer dem großen Gabensack die dem Knecht Ruprecht entlehnte Rute - die
einst eine Fruchtbarkeitsrute dargestellt, mittlerweile aber die Funktion eines pädagogischen Strafmittels bekommen hatte.
Aus: Berliner Weihnachtsmarkt: Bilder und Geschichten aus 5 Jahrhunderten / |
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