Zutaten:
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Dicker Pfefferkuchen
Bereits im 17. Jahrhundert waren Pfefferkuchen in Berlin bekannt. Allerdings wurde zwischen Braunem oder Thorner
Pfefferkuchen und Nürnberger Pfefferkuchen deutlich unterschieden. In beiden Pfefferkuchen wurde Pottasche oder
Hirschhornsalz verwendet. Damit die Backwaren genießbar waren, mußte der Teig teilweise wochenlang stehen gelassen werden.
Im normalen Hausgebrauch wird heute zum Backen Backpulver verwendet.
In der Breiten Straße Nummer 8, in der auch die "Vossische Zeitung" residierte, die täglich über das weihnachtliche
Berlin
berichtete, stand die Pfefferkuchenbude der Firma Deska Reichel, wo sich selbst die Mitglieder des Königlichen Hofes mit
weihnachtlichem Gebäck versorgten. Bis zum Jahr 1868, heißt es, habe der damalige Kronprinz, der spätere Kaiser Friedrich
III. seinen Honigkuchen dort persönlich gekauft. |
Elise Hannemann, "Vorsteherin unter dem Protektorate ihrer Majestät der Kaiserin stehenden Letteverein zu Berlin"
zeichnete 1898
das folgende Rezept auf:
Zubereitung
Zucker mit Sirup auf warmem Herd zusammenrühren. Butter und Schmalz dazugeben und verrühren. Durchgesiebtes Mehl mit den
grob geschnittenen Mandeln, dem Zitronat, Zimt, Kardamon und Ingwer, den Nelken, dem Backpulver und dem Rosenwasser mischen.
Nach Bedarf Pommeranzenschale.
Für den Zuckerguß
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Der durchgesiebte Puderzucker wird mit dem heißen Wasser vermischt, 3-4 Tropfen Zitronensaft oder einige Tropfen Rum
dazugefügt, alles gut durchgemischt und für den Guß verwendet.
Aus: Alt-Berliner Weihnacht / hrsg. von Renate Steinchen. - Berlin : Argon Verlag, 1994. - S. 68-69 |
Achtung! Vergessen Sie bitte nicht, eine Handvoll Mandeln einzukaufen! [Anmerkung des Zentrums-Testkochs]
| Zu Weihnachten konnte man die poetische Seite des Berlinertums kennenlernen. Auf braunglasierten Pfefferkuchen
leuchteten in weißem Zuckerguß mehr oder weniger gelungene, doch stets typisch berlinische Verse.
Wer davon ißt, hat immer Durscht sang ein begeisterter Liebhaber, und eine merkwürdige Liebesszene, deren Schauplatz eben nur Berlin gewesen sein kann, versinnbildlichten folgende Verse:
Hast woll´n Fussel, oller Dussel?
Aus: Jottlieb, drach´n Jarten ´raus!: Berliner Volkstum, Sitten und Gebräuche / von Dr. Franz Lederer. -
Berlin : Buchverlag Germania A.-G., 1934. - S. 102 |
![]() Anzeige aus: Vossische Zeitung vom Mittwoch, 24.12.1851, Nr. 301 |
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