In vielen deutschen Städten wurden um 1800 Weihnachtsmärkte abgehalten, die, mochten sie nun Nikolaus-, Christkindel- oder
Striezelmarkt
heißen, im wesentlichen ein ähnliches Bild abgaben. Doch hatte auch jeder Markt seine Besonderheiten. Auf dem Berliner
Weihnachtsmarkt
waren es die Pyramidenverkäufer und Waldteufeljungen, die seit dem Ende des 18. Jahrhunderts in keiner Beschreibung und auf keiner bildlichen Darstellung fehlen und das ganze 19.
Jahrhundert hindurch sozusagen als "Markenzeichen" des Berliner Weihnachtsmarktes galten.
Die märkische Pyramide, "Perjamide" oder "Perchtemite", wie die Berliner sagten, war im Unterschied
zur kunstvolleren sächsischen ein einfaches mit Grün umwundenes Draht- und Holzgestell, das sich pyramidenförmig nach oben
verjüngte und rundum mit Flitter versehen werden konnte. Sie diente in der häuslichen Weihnachtsfeier als Lichtträger, denn
obwohl Weihnachstbäume schon bekannt waren, hatten die Pyramiden den Vorteil, daß man sie über mehrere Jahre benutzen und
vor allem
die Lichter in unkomplizierter Weise auf ihnen befestigen konnte.
Die Pyramiden gab es in schlichter wie in kunstgerechter Ausführung, sie wurden in Heimarbeit hergestellt und vom Hersteller
selbst
oder von einem Familienangehörigen verkauft: [...]
Aus: Berliner Weihnachtsmarkt: Bilder und Geschichten aus 5 Jahrhunderten / Christa Lorenz. - Berlin :
Berlin-Information, 1987. - S. 55
Sign.: B 274 Wei 1
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"Am Weihnachtsfeste hab´ ick
Ruh´, von wegen meiner Ollen; Sie wascht und plät´t und spült dazu, Und ick helf´ manchmal rollen. Und kommt der Christmarkt erscht heran, Giebt allgemenen Frieden; Sie macht Rosinenmänner dann, Un ick bau´ Pergemiden."
Der Eckensteher Nante ist eine der populärsten Kunstfiguren Berlins. Mehrere Verfasser meldeten ihre Urheberschaft an.
Aus: Alt-Berliner Weihnacht / hrsg. von Renate Steinchen. - Berlin : Argon Verlag, 1994. - S. 140
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Bilderbogen, etwa Mitte des 19. Jahrhunderts. |
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